Denkmal

Der Pittmannsdorfer Jurastadel von Südost, 1938 (Foto: Rudolf Hoferer – Institut für Volkskunde der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften)

Der Jurastadel in Pittmannsdorf 15 (Stadt Hemau, Landkreis Regensburg) ist seit 2014 in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Für die Denkmaleigenschaft geradezu konstitutiv ist sein flachgeneigtes Kalkplattendach.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war das Altmühlgebiet – und damit auch Teile des westlichen Landkreises Regensburg – von steinernen und hölzernen Gebäuden mit solch archaisch anmutenden Dächern geprägt (→Kalkplattendach). Diese werden landläufig als Legschieferdächer bezeichnet, weil sie mit mehrfach geschichteten, lediglich aufgelegten und nicht genagelten, dünnen Jurakalkplatten eingedeckt sind. Die dadurch bedingte flache Dachneigung, das Relief der vielen Schichtungen und vor allem die Farbe der steinernen Dachhaut sorgen für ihr charakteristisches Aussehen. Inzwischen gibt es aber nur mehr sehr wenige Vertreter dieser einstigen Hauslandschaft.

Skizze zum Aufbau eines Kalkplattendaches von Anton Stangl, 1943 (Quelle: Das alte Bauernhaus im ehemaligen Kreis Parsberg / Oberpfalz, Kallmünz o. J., S. 62)

Der um 1792 errichtete Pittmannsdorfer Stadel (→Beschreibung; →Erbauung; →Nutzung; →Besitzerfolge) ist nicht nur einer der ältesten erhaltenen Jurastadel mit verbretterter Holzständerkonstruktion in der Region, er ist auch einer der letzten seiner Art. Mit seinen zum Teil kunstvoll verzierten Balken kräftigen Durchschnitts ist er zudem ein handwerklich bemerkenswert hochwertig ausgeführtes Zeugnis des regionaltypischen Stadelbaus und damit der ländlichen Baukultur der Zeit um 1800. Da die zwischen 2019 und 2022 durchgeführte Gesamtinstandsetzung einen denkmalfachlichen Qualitätsstandard zeigt, der sonst nur in Freilandmuseen erlebbar ist (→Instandsetzung), strahlt der Stadel nach wie vor “edle Einfalt und stille Größe” aus, um mit Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) zu sprechen.

Gerüstständer mit gerötelten Fasenausläufen, 2021 (Foto: Thomas Feuerer)
Blick in das Stadelinnere, 2022 (Foto: Johannes Paffrath)